| Die Pfarre St. Stefan zu Grafenstein |
| Inhalt |
| Die Kirche von Grafenstein |
Die Kirche St. Stefan in Grafenstein wurde als Kapelle der Edlen von Lungau gegründet. Nach
ihrem Verfall oder ihrer Zerstörung wurde sie von Dietmar wieder
aufgebaut. Mit Urkunde vom
28. 8. 1116 verkündete
dieser die Stiftung dieser Kirche. Auf Grund dieser Dotierung
erhielt sie Pfarrechte und wurde auch mit Gütern ausgestattet.
Ihre Weihe erfolgte an einem 28. August, zwischen 1135 und 1143,
durch den Erzbischof Konrad von Salzburg. Ein genauerer Zeitpunkt
ist nicht feststellbar. Es war jedoch eine sehr bescheidene
Kirche, die vorwiegend als Kapelle bezeichnet wurde. 1184 wird
sie als Kirche genannt. Die Pfarre Grafenstein dürfte eine sehr
schwache wirtschaftliche Position haben.
In einer Urkunde Herzog Ulrichs III., vom 10. November 1265, scheint als Zeuge auch ein Vikar Berchtold von Grafenstein auf. Er dürfte ein Nachkomme des
Geschlechtes der Grafensteiner gewesen sein. Über ein
Jahrhundert verstreicht nachrichtenlos, und erst 1382 wird von
einem Vergleich zwischen dem Pfarrer Talberger zu Grafenstein, der sich mit dem salzbürgischen Vikar Wilhelm Metnitzer, wegen der Kapelle zu "Zäger (Saager) beim Turm, da das
heilige Kreuz ragt und sand Radegund" ausglich und sich verpflichtete, in
derselben Kapelle jeden Freitag eine Messe zu lesen, berichtet.
In einem Visitationsbericht von 1616 wird die barocke Kirche Grafenstein erwähnt, ebenso
deren Filiale, die Kapelle zum Heiligen Kreuz in Saager. Damals
stand der Kirche in Grafenstein Pfarrer Rutnik
vor. Im Visitationsbericht
von 1660 wird Lukas Rigl als Pfarrer von Grafenstein erwähnt. Wenn die Kirche
auch dem Domkapitel Gurk gehörte, stand die Konfirmation dem
Erzbischof von Salzburg zu. Die Kirche genoss auch die
freigiebige Unterstützung der Familie Orsini-Rosenberg.
Die romanische Bauanlage entspricht dem
Alter der Kirche, nur wurde die alte Anlage durch
Kapellenzubauten gegen Norden und Süden im Laufe des 18.
Jahrhunderts erweitert. Im Visitationsbericht wird von neun
vorhandenen Altären berichtet. Ein Seitenaltar befindet sich
derzeit in der Pfarrkirche Saak als Hochaltar.
Die Tauf-,
Trauungs- und Sterbematriken
werden seit 1723 geführt. Die Kirche wurde im
Mittelalter als Wehrkirche ausgebaut und befestigt. Sie diente
der Bevölkerung als Zufluchtsstätte in Zeiten der Gefahr. Im
Jahre 1756 wurde am Tonnengewölbe im
Kircheninneren eine reiche Rokokostuckdekoration angebracht. Sie
zählt zu den schönsten unseres Landes. Die Deckenmalereien
zeigen im Chor die Verkündigung, im Schiff die Steinigung des
heiligen Stephanus, in den Seitenkapellen die Fußwaschung und
die Kreuzigung.
Im Kirchhof befand sich innerhalb der alten Einfriedungsmauer bis
zum Jahre 1792 der Friedhof. Das an der Südseite des
Kirchhofes außer der Mauer an die Umfriedungsmauer des Schlosses
angrenzende, früher umfriedet gewesene kleine
Grundstücksdreieck, wird in der Überlieferung als Judenfriedhof
bezeichnet.
Das Kirchengebäude und die Kircheneinrichtung
Die dem Hl.
Erzmartyrer Stephanus geweihte Kirche steht
an der Ostseite des Orsini-Rosenberg'schen
Schlosses, mit dem sie durch einen
Übergang verbunden war. Ihre Länge beträgt 24,8 m, die Breite
8 m. Das Presbyterium ist aus einem Achteck gebildet; zwischen
diesem und dem Schiff ist der Glockenturm eingebaut. Das Schiff
hat ein Tonnengewölbe mit Stuckaturverzierungen aus dem Jahre
1756.
Im 18.Jhdt wurden dem Schiff Seitenkapellen angebaut. Das
Hauptportal ist spitzbogenförmig aus behauenem Stein, das
Sakramentenhäuschen ist spätgotisch. Die Stellung des Turmes
zwischen Schiff und Presbyterium weist auf eine romanische
Periode hin, in der statt des jetzigen Presbyteriums die
Halbapsis war.
Das Kirchenschiff ist einheitlich tonnengewölbt und mit einer
reichlichen Rokokostuckdekoration von 1756 versehen.
Der Hauptaltar besteht aus vier Säulen mit korinthischen Kapitälen,
die den Architrav tragen. Die Hauptstatue , der Hl. Stephan; ober
ihm eine Krone, die Heiligste Dreifaltigkeit und Maria, auf der
rechten Seite stehen die Statuen des Hl. Rochus, Johannes des
Täufers, Rosalia und Florian, auf der linken die des Hl.
Sebastian, des Evangelisten Johannes, Luzia und Leopold. Der
Altar in seiner jetzigen form wurde 1935 renoviert und am 30.
April von Weihbischof Dr. Andreas Rohracher geweiht.
Die Seitenaltäre zeigen den Hl. Josef und gegenüber die Gottesmutter
Maria. In der Seitenkapelle ist die Pieta (Kreuzabnahme Jesu mit Maria, den
Leichnam Jesu am Schoß, das Herz mit sieben Schwertern
durchbohrt) dargestellt.
Der achteckige Taufstein stammt aus der Zeit der Gotik (14. Jhdt), die Kreuzwegbilder
wurden 1881 bei Leon Wörl in Würzburg angeschafft. Das Hl. Hauptbild
stammt aus dem Jahre 1854.
In der rundbogigen Nische an der nördlichen Außenseite steht
eine Schnitzgruppe, die eine Pieta darstellt - 19. Jhdt. - und durch einen
gemalten szenischen Hintergrund von Josef Veiter 1887 ergänzt ist.
An Grabsteinen sind an der Nordwand einer von Christoph Perger - 1638
- mit Wappen und an der Südwand von Franziska Elisabeth Kemeter
- 1727 - und ein Wappenstein von Sigmund Kemetter von 1664
vorhanden.
Der an der Straßenbiegung gelegene Pfarrhof wurde im Jahre 1735
erbaut. Im ersten Stockwerk ließ der Erbauer auf einer
Marmortafel die Inschrift mit Chronogramm anbringen: JosefUs sChUrIan ParChUs in GrafensteIn
MefUnDItUs erreXit (also 1735). Ergo tu quisquis successor eris,
si stabis ad ares pro me, tunc misero, quaero, precare Deo. Nach dem Brand im Jahre 1885, dem fast das gesamte Dorf
zum Opfer fiel, wurdeeine Erinnerungstafel mit dem folgendem
Chronogramm angebracht: eX
faWILLIs pagUM FastanIbUs Vt phoen IX sVrreXI CVrIs et potentIa
paroChi Andrea WIeser. Ober der
Eingangstür ist ein Halbrelief der Hl. Muttergottes angebracht.
| Die Filialkirche St. Anna zu Saager |
In Saager existiert eine 1228 von den Viktringer Mönchen erbaute St. Michael Kapelle, deren Mutterkirche St. Stephan zu Grafenstein war. In der zu Gurk 1228 ausgestellten Urkunde regelten Probst Siegfried, Dekan Gotfried und das Kapitel das Verhältnis zur Pfarre Grafenstein. Im Visitationsbericht von 1616 wie auch in einer Urkunde aus dem Jahre 1382 wird sie als Hl. Kreuz in Saager erwähnt. Ein Visitationsbericht von 1660 nennt die Kirche erstmals als "St. Anna". Es hat also hier im Laufe der Jahrhunderte ohne urkundlichen Hinweis auf wann und wie ein wiederholter Wechsel des Patrozinismus stattgefunden.
Das Kirchenschiff ist ein schlichter Baukörper mit romanischen Stilresten, der im Barock verlängert wurde. Im kräftigen, niederen Turm befindet sich eine Glocke aus 1500 und eine aus dem Jahre 1569. Bemerkenswert ist an der Südwand des Turmes die Wappengrabplatte des Bernhard von Rotnstain, der 1300 gestorben ist. Rudolf von Grafenstein, dem die befestigte Anlage beim Drauübergang vogteimäßig unterstand, geriet mit dem Kloster Viktring in Streit und brandschatze Saager.
Das Schloss Saager ist urkundlich seit 1372 Sitz der Metnitzer und wurde im 16. Jahrhundert ausgebaut. In ihrem Besitz blieb das Gut bis 1811. Im Jahre 1961 erwarb Prof. Giselbert Hoke das Schloss samt einem 1 ha großem Grundstück. Seit 1999 betreiben seine Söhne Edmund, Thomas und Armin sowie seine geschiedene Frau Margarethe Hoke-Stolz hier ein Großatelier unter dem Namen "Kulturkreis Saager".
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Pfarrgemeinderäte:
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Bei der letzten PGR-Wahl, am 18. März 2007 wurden folgende Personen in den Pfarrgemeinderat gewählt und dabei folgende Personen bestätigt: |
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![]() Barac Valentin 12.04.1947 Pensionist Unterwuchel 2 |
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![]() Dornan Elfriede 08.02.1963 Hausfrau Schloß Rain 18
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![]() Hudelist Josef 12.07.1949 Orthopäde Hauptstraße 91
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![]() Kulterer Ferdinand 24.08.1972 Buchhalter Schlossweg 21
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![]() Ruppacher Raphael 20.03.1990 Schüler Bachweg
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![]() Setz Anna (für Saager)
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![]() Tischler Bernadette 30.12.1962 Friseur M.Krassnig Weg 10 |
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![]() Köstinger Josefíne 16.03.1955 Dipl. Religionslehrerin Replach 12 (in den PGR kooptiert)
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Statistische
Angaben der Pfarre Grafenstein Im Bereich der politischen Gemeinde Grafenstein sind mehrer
Pfarren angesiedelt: Die Pfarre St. Peter mit der Filialkirche Thon umfasst
die Ortschaften: Die bekannte Wallfahrtskirche in Dolina "MARIA IM WALDE" - als Autobahnkirche an der A2 gelegen - gehört zur Nachbarpfarre Poggersdorf |
Die Zahlenangaben in den Tabellen wurden gerundet:
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